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Die „Alten Handballfreunde des TVS“

Bevor wir endgültig aufgrund unseres hohen Alters und der damit verbundenen Beschwerden im Verein abtreten, möchten wir uns zuerst einmal vorstellen.

Ich spreche von den alten Handballfreunden des TV Schiefbahn. Wir haben nach dem Ende des zweiten Weltkrieges den Spielbetrieb als Feldhandball aufgenommen und den Verein in den Krefelder und Gladbacher Bezirken bestens vertreten. Wir nannten uns Traditionsmannschaft, so stark war der Anspruch, die Begeisterung und das spielerische Niveau. Uns schreckte keine Mannschaft in den spielstarken Stadtbezirken. Wir feierten die Siege wie die Niederlagen und waren eine verschworene Gruppe, in der jeder die Anerkennung des anderen genoss.

Ich zähle sie auf, um die Lebenden und besonders die Verstorbenen nochmals zu ehren:

Meyer Jakob, unser Torwart – ein Urgestein zwischen den Pfosten, katzengewandt und sicher sein Griff; in der Verteidigung das Bollwerk Albert Kesseler und Heribert Schriefers; in der Läuferreihe die Kämpfertypen Karl-Jakob Helten und Richard Müller; in der Mitte der talentierte Josef Zylka; im Angriff standen auf außen die pfeilschnellen Stürmer Antei Stumpen und Karl-Heinz Schriefers; der Innensturm mit den drahtigen, flinken Heinz Zensen, Kurt Franken und mir (Rudi Tillmanns), die verantwortlich dafür waren, dass wir immer ein Tor mehr schossen als der Gegner.

Verblüfft haben dabei den gegnerischen Torwart die auf Vaters Kegelbahn geübten präzisen Kegelwürfe. Die gegnerischen Angreifer prallten an den Granitbrüsten der Verteidigung ab und wenn sie schmerzlich am Boden lagen, lag ein Lächeln in unseren vom Kampf geröteten Gesichtern. Eine verschworene Mannschaft, die sich zu Freunden entwickelte und diesen Namen heute noch ehrenvoll tragen.

Heinz Mausberg und die Youngster Peter Engels und Friedel Nolden traten als Auswechselspieler auf, gleichfalls Toni Pierkes und Fritz Indenhock, die sogar ein Augenlicht bei Fronteinsätzen im Kriege verloren hatten. Ein auserlesener Sportler war Heinz Pulm, der bereits mit 17 Jahren in der ersten Mannschaft spielte.

Zu den Meisterschaftsspielen fuhren wir auf der LKW-Ladefläche sitzend mit Herrn Willi Nellen. Das Gefährt hieß „Holzkocher“, weil es seinen Antrieb durch Vergasung von Holz erhielt – heute undenkbar, aber Not macht erfinderisch – es gab keinen Sprit. Zu den nächst gelegenen Sportstätten Willich, Neuwerk, Osterath, Neersen, Anrath und Bösinghoven sattelten wir unseren Drahtesel und manchmal bewegten wir uns auf per pedes apostolorum. Finanziert aus eigener Tasche, die deutsche Sporthilfe gab es noch nicht und die Kasse des Vereins gähnte vor Leere.

Die überragende Figur stellte Bernhard Dille dar, Engels Annche sinne Mann. Er zeichnete sich bei uns aus, weil er uns nur in seinem Essener Hochdeutsch seine Anweisungen zurief und seine Befehle waren für uns Evangelium. Er war der große Dirigent unseres Spielbetriebs und leitete später auch als Vorsitzender die Geschicke des Vereins.

Später machten wir Platz für die Jüngeren, die fortan nur in der Halle spielten. Unsere Nachfolger schafften sogar die Verbandsliga und ein sensationelles Jubiläumsspiel gegen den deutschen Meister VfL Gummersbach, der mit einigen Nationalspielern antrat, darunter auch der heute Nationaltrainer Heiner Brand.

Dann geschieht etwas ganz Besonderes. Am 13.11.1982 wird unser alter Spielführer und väterlicher Freund Bernhard Dille 75 Jahre alt. Ihm zur Ehre und zur Freude lade ich die alten Handballer ins damalige Vereinsheim Hoster zu einem Geburtstagstreffen ein. 18 Männer folgten dem Ruf und jeder hatte mir vorher ein Passbild geschickt, die wir im Bilderrahmen als Mannschaft zusammen setzen und ihm zu seinem Geburtstag schenkten (das Bild hängt heute im Vereinsheim an der Jahnstraße in Schiefbahn – Anm. der Redaktion). Es war für alle ein unvergessliches Erlebnis und die Geburtsstunde der „Alten Handballfreunde des TV Schiefbahn“.

Jährlich treffen wir uns bis zum heutigen Tage zweimal – einmal um den zum Gedenken an den langjährigen Vorsitzenden Martin Leenen gestifteten Wanderpokal auszukegeln und einmal zur Generalversammlung. Viele alte treue Mannschafts-kameraden mussten wir auf ihrem letzten Weg begleiten, aber die Gemeinschaft lebt weiter!

Rudi Tillmanns

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